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| Mittwoch, den 24. Juni 2009 um 21:37 Uhr |
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Lange Zeit gab es in der Branche eine steigende Nachfrage nach einer IT- und Softwareentwickler-Konferenz in Norddeutschland. Am vergangenen Montag öffnete nun endlich die SEACON im legendären Hamburger Hotel Atlantic Kempinski ihre Pforten und lud Entwickler, Software-Architekten und Projektmanager zum Austausch und Networking ein. Und sie versprach schon im Vorfeld ein klein wenig anders und unkonventioneller zu sein, als es die anderen, zumeist im süddeutschen Raum angesiedelten, großen Konferenzen zumeist sind. Ich war beide Tage vor Ort und möchte hier meine Eindrücke schildern.
Mit der Diskussionsform der so genannten Goldfishbowl (oder kurz: Fishbowl) wurde ein weiteres innovatives Instrument geboten, bei der der Konferenzteilnehmer nicht nur zum passiven Zuhören verdammt war, sondern ins Diskussionsgeschehen eingreifen konnte, und das funktionierte so: Für die Diskutierenden standen fünf Stühle zur Verfügung, von denen initial aber nur vier besetzt waren, ein Stuhl blieb frei und die restlichen Anwesenden waren zunächst nur Zuhörer. Nach einer 5-minütigen Einführung in das Thema durch die vier “Pioniere” startete die Diskussion. Wer sich einmischen und zu dem Thema etwas beitragen wollte, ging nach vorne und setzte sich auf den fünften, noch freien Stuhl. Nun wurde die Diskussion so lange unterbrochen bis ein anderer Diskussionsteilnehmer aufstand und die Zahl wieder vier betrug. Durch dieses Verfahren wechselten die Diskussionsteilnehmer dann im Laufe der Veranstaltung, und jeder der Anwesenden konnte jederzeit die Initiative ergreifen, mitdiskutieren oder Fragen einbringen. Weitere Formate waren die Expertenbefragungen, bei denen sich ein Team von ausgewiesenen Fachleuten den Fragen der Teilnehmer zu einem bestimmten Thema stellten, sowie die Kurzvorträge, bei denen in einem Block vier Themen kurz und knapp behandelt wurden, wodurch diese auf die essentiellen Inhalte reduziert waren. Erst einmal möchte ich den Veranstaltern an dieser Stelle zur Wahl des Veranstaltungsortes gratulieren! Das Hotel Atlantic Kempinski befindet sich in bester Lage, direkt an der Außenalster und zudem ausgesprochen verkehrsgünstig, denn der Hamburger Hauptbahnhof ist nur ca. 300 Meter entfernt, und nicht ohne Grund verbringt hier ja auch Udo Lindenberg einen großen Teil seiner Zeit. Im Gegensatz zur eher kühlen Messehallen-Atmosphäre bei anderen Veranstaltungen dieser Art bieten die Räumlichkeiten eines solchen 5-Sterne-Hauses natürlich ein ganz anderes Flair. Das schöne Ambiente wurde aber noch in den Schatten gestellt durch das exquisite Essen und Trinken, welches dem Besucher an beiden Tagen geboten wurde – einfach Spitze! An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an die Firma itemis für das gesponsorte Buffet bei der Welcome Reception am Abend des ersten Konferenztages! Kommen wir aber nun zum Fachlichen, wobei ich hier auf Grund der Fülle nur ein paar meiner Erlebnisse schildern kann! Die Eröffnungs-Keynote mit dem Titel “Worüber reden wir hier eigentlich? Buzzwords und was sie anrichten” hielt der Wirtschaftsjournalist und Mitbegründer von brand eins, Wolf Lotter. Lotter sprach über Buzzwords, Denglish, welche negativen Auswirkungen diese Erscheinungen in unserer täglichen Kommunikation haben können, und riet in einer humorvollen Art und Weise zu einem pfleglichen Umgang mit unserer Sprache, ohne dabei oberlehrerhaft zu wirken. Anschließend eröffnete der Open-Space-Marktplatz, und in Null-Komma-Nix waren so viele Themen aufgenommen, das man mit Raumkapazitätsengpässen zu kämpfen hatte. Die von mir besuchten “traditionellen” Fachvorträge reichten von sehr gut bis mittelmäßig, aber das ist wohl – je nach eigener Erwartungshaltung, Vorwissen und den methodisch-didaktischen Fähigkeiten des Vortragen – bei jeder Konferenz so. Ganz extreme Unterschiede konnte ich bei den Kurzvorträgen feststellen. Ein mitunter nicht-triviales Thema in einen 10-minütigen Vortrag erfolgreich hineinzupressen gelingt eben nicht immer und es gehört wohl auch sehr viel Erfahrung des Sprechers dazu. Besonders positiv hervorheben, ohne zu betonen das auch andere Vorträge gut waren, möchte ich die Veranstaltungen “Anforderungen erheben! Anwendungsfälle detaillieren!! Anfälle bekommen??? Requirements modellieren mit UML / SysML” von Christel Sohnemann (oose Innovative Informatik GmbH), “Heute Neuentwicklung, morgen Legacy? Anwendungsfälle für Software Reengineering” von Georg Molter (Zühlke Engineering) sowie die interaktive Übung “Welcher Konflikttyp bin ich – wie reagiere ich in schwierigen Situationen?”, an der ich unter der Leitung von Claudia Schröder teilgenommen habe. Das Highlight des zweiten Konferenztages war ohne Zweifel die grandiose Keynote von Dr.-Ing. Horst Zuse, Sohn des legendären Konrad Zuse (1910–1995), die dieser in einem geradezu überfüllten Saal gehalten hat. In einer geschichtlichen Retrospektive, welche er mit vielen Anekdoten gespickt hat, ließ Horst Zuse das Lebenswerk seines Vaters, der ja bekanntlich den ersten programmgesteuerten Rechner der Welt gebaut hat, lebendig werden. Ich sage nur: “Schuster, Schneider und Frisöre sind bei Zuse Ingenieure!“. Diesen kleinen Reim eines ehemaligen Zuse-Mitarbeiters (Robert Rohrbach, Mitarbeiter der Zuse KG von 1956 bis 1960), der in dem Vortrag von Horst Zuse als kleine Videoeinspielung gezeigt wurde…groß-ar-tig! Tosender Applaus am Ende dieser Keynote. Sehr viel Spaß gemacht haben mir die beiden Open-Space-Veranstaltungen, die ich besucht habe, sowie die Fishbowl um das Thema “Die Zukunft der Programmiersprachen”. Fazit: die SEACON 2009 kann ich nur als durch und durch gelungene Veranstaltung bezeichnen! Und mit dieser Meinung bin ich sicherlich nicht allein, wie ich in Gesprächen mit anderen Teilnehmern festgestellt habe. Insbesondere die neuen Formate der Diskussion, wie Open Space und Fishbowl, kamen bei sehr vielen Gästen ausgesprochen gut an, und ich kann den Organisatoren (SIGS-DATACOM) und dem Fachbeirat (Bernd Oestereich, Jochen Meyer und Markus Völter) nur gratulieren: hier ist etwas entstanden, was einen frischen (See-)Wind in die in letzter Zeit manchmal doch recht muffige IT-Konferenz-Landschaft in Deutschland geweht hat. Ich freue mich jedenfalls schon auf die SEACON 2010! Hier noch weitere Resonanzen und Meinungen zu dieser Konferenz:
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Über zwei Tage wurden in drei parallelen Tracks nicht nur Frontalvorträge geboten, sondern die Besucher wurden geradezu aktiv in die thematische Mitgestaltung einbezogen. Der