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Let's get certified...

Bei mir ist das “Zertifizierungsfieber” ausgebrochen. Ich möchte es mir mal wieder selbst beweisen, eine neue persönliche Herausforderung annehmen. Der Sinn und Zweck von Zertifikaten wird ja durchaus kontrovers diskutiert.

Ich halte Zertifikate für eine gute Möglichkeit, eine Fachexpertise objektiv nachzuweisen und dadurch auch meinen eigenen “Marktwert” zu erhöhen.

Als erstes möchte ich auf die Zertifizierung zum OMG Certified UML Professional™ (OCUP™) aufmerksam machen. Es gibt die drei Level Fundamental, Intermediate und Advanced, welche aufeinander aufbauend sind d.h. die Prüfungen müssen auch in dieser Reihenfolge abgelegt werden. Ich selbst strebe zunächst nur die erste Stufe, eine Fundamental-Zertifizierung (OCUP-F), im Frühjahr 2010 an und werde mich bis dahin im Selbststudium auf die Prüfung vorbereiten. Ob ich dann auch irgendwann noch die Intermediate-Stufe mache…mal schauen. Die Fundamental-Stufe ist für normale Softwareentwickler und UML-Anwender gedacht. Bei der Prüfung handelt sich um einen interaktiven Multiple-Choice-Test bestehend aus 80 Fragen, der nach einer Anmeldung und Zahlung einer Testgebühr jederzeit an einem Rechner in einem authorisierten Pearson VUE Testcenter durchgeführt werden kann.

Wer aber nun glaubt, ein paar UML-Kenntnisse aus der täglichen, praktischen Anwendung der Modellierungssprache seien ausreichend um den OMG-Test zu bestehen, der dürfte sich irren, denn es werden vor allem auch abstrakte Konzepte der UML (Metamodell) abgefragt. Daher ist eine gezielte Vorbereitung auch für Entwickler mit – nach eigener Einschätzung – guten UML-Kenntnissen ein Muß! Das ganze Thema ist sehr trocken und theoretisch, die praktische Anwendung der UML ist nicht Teil der Prüfung. Trotzdem dürften die Kenntnisse im Nachhinein auch im Alltag nützlich sein, und sei es nur, das man die UML formal korrekter anwendet als vorher und dadurch die Qualität der Modelle steigert.

Nach dem hoffentlich erfolgreichen OCUP-F geht es dann aber erst so richtig los: meine Bewerbung bei der OMG war erfolgreich und ich bin aufgenommen worden in das OMG Certified Systems Modeler Professional™ (OCSMP™) Beta-Programm. Über diese neue Zertifizierung, bei der man Kenntnisse über Model Based Systems Engineering (MBSE) und der Systems Modeling Language (OMG™ SysML) nachweisen kann, hatte ich ja bereits berichtet. Ich werde vier Voucher erhalten, um die Prüfungen für alle vier Zertifizierungsstufen (OCSMP Model User, OCSMP Model Builder Fundamental, OCSMP Model Builder Intermediate und OCSMP Model Builder Advanced) in einem Testcenter abzulegen. Die OMG wird aus diesem Betatest statistische Daten erheben, bevor das Zertifizierungsprogramm offiziell gestartet wird. Die erworbenen Zertifikate nach bestandenem Test sind auch in der Beta-Phase vollwertige Zertifikate. Besonders interessant ist, das es – im Gegensatz zu den OCUP-Zertifizierungen – beim OCSMP noch verhältnismäßig wenig Vorbereitungsmaterial gibt. Der Beta-Test läuft nach der derzeitigen Planung vom April 2010 bis zum Oktober 2010, und ich werde hier selbstverständlich regelmäßig vor allem über meine Erfolge, und hoffentlich nicht über Mißerfolge, berichten.

Aprospos Systems Engineering: am Mittwoch, den 18.11.2009, war ich beim oose-Abendvortrag “Modellbasierte Anforderungsanalyse” von und mit Tim Weilkiens. Die Nachfrage nach diesem Vortrag aus ganz Deutschland war derart hoch, das Tim sich kurzfristig dazu entschloß selbigen auch als Live-Cast bzw. Livemeeting im Internet zu präsentieren. Ziel des Vortrags war es u.a. aufzuzeigen, dass die Anforderungsanalyse in Modellen erhebliche Vorteile gegenüber traditionellen, dokumentenbasierten Ansätzen hat. Insbesondere wenn Varianten ins Spiel kommen und die Komplexität damit noch einmal erheblich zunimmt, sind die Netzstrukturen in Modellen den sequenziellen Textstrukturen klassischer Anforderungsdokumente (Lastenhefte) deutlich überlegen. Dennoch wurde auch deutlich, das man auf Text nicht verzichten kann: es ist nach wie vor das Mittel der Wahl, wenn es um die Beschreibung von Anforderungen geht. Die SysML bietet ein Modellelement requirement, mit dessen Hilfe man funktionale und nicht-funktionale Anforderungen in ein Modell aufnehmen kann, womit auch die von vielen Prozessreifegradmodellen (z.B. SPICE) geforderte Traceability gut erfüllt werden kann. Alles in allem mal wieder ein hervorragender Vortrag in gewohnter oose-Qualität.

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