Hierbei handelt es sich um eine kommerzielle Werkzeugsammlung zum Entwickeln, Debuggen und Tunen/Optimieren von C++-Windows-Anwendungen mit Hilfe des Microsoft Visual-Studio 2005 oder 2008. Die Suite Intel® Parallel Studio 1.0 besteht derzeit aus den drei Komponenten Parallel Composer, Parallel Inspector und Parallel Amplifier.
Der Parallel Composer dient der einfachen und schnellen Entwicklung beziehungsweise dem Testen von Multithreaded-Anwendungen und besteht aus verschiedenen Komponenten, wie dem Intel® Compiler, der Bibliothek Intel® Threading Building Blocks, die Intel® Integrated Performance Primitives, u.v.m. Ein Debugger-PlugIn für das Visual-Studio erweitert den Microsoft-Debugger um parallele Funktionen. Darüber hinaus werden auch Lambda-Funktionen unterstützt.
Der Parallel Inspector ist eine Art Debugger, der vor allem die Threads und deren Umgang mit Speicher zur Laufzeit überprüft und dadurch knifflige, nicht-deterministische Fehler aufspürt (z.B. Endlosschleifen, Deadlocks, Race Conditions, ungeschützte konkurrierende Zugriffe auf Speicher, etc.), welche mit herkömmlichen Tools nur extrem schwer zu finden sind. Auch dieses Tool lässt sich leicht in die Visual-Studio IDE einbetten.
Der Parallel Amplifier letztendlich dient dem Performance-Finetuning der parallelisierten Anwendung und unterstützt den Entwickler u.a. beim Aufspüren von Bottlenecks. So können unerwünschte Abhängigkeiten, die dazu führen das ein Thread auf die Beendigung eines anderen Threads warten muss und somit die Anwendung ausbremsen, aufgespürt werden. Außerdem zeigt das Tool Quellcodeabschnitte an, wo es mit der Parallelisierung noch nicht so gut klappt bzw. die noch Single-Threaded sind und durch Parallelisierung möglicherweise noch beschleunigt werden können.
Ein weiteres, viertes Tool, der Parallel Advisor, ist derzeit noch nicht Bestandteil des Parallel Studio 1.0, sondern momentan nur als Lite-Version im Rahmen einer TechPreview verfügbar. Er steht bei Intel zum kostenlosen Download zur Verfügung, damit Entwickler ihn schon einmal antesten können. Der Advisor unterstützt den Entwickler dabei die Stellen im Code zu finden, die für eine Parallelisierung gut geeignet sind und gibt dem Programmierer somit entsprechende Entscheidungshilfen an die Hand.
Immer die neusten Infos über Multicore-Programmierung und das Intel® Parallel Studio, sowie über die dazu angebotenen Online-Seminare gibt es in Michael Hülskötters Software Dev Blog.
Das Parallel Studio bietet Intel für ca. 800 US-Dollar an. Angesichts des zu erwartenden Performance-Gewinns durch gut parallelisierte Software und der Unterstützung bei der manchmal sehr schwierigen Fehlersuche durch den Inspector dürfte sich eine Investition in diese Tool-Suite sehr schnell ammortisieren. Über Kommentare mit kurzen Erfahrungsberichten – sowohl negativ als auch positiv – würde ich mich sehr freuen.




